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ILOVEGRAFFITI.DE 10.12.2008

 
 

Ich bin über ein paar Ecken auf einen Herrn gestoßen den ich schon vor vielen Jahren kennengelernt hatte, damals als Graffiti Writer. Ich war sehr erstaunt in welche Richtung sich André Wagner entwickelt hat, als Fotograf und auch als Künstler. Seine Fotos aus Neuseeland haben mich wirklich beeindruckt, deswegen und weil ich natürlich den Herrn unterstützen will hier ein kurzer Smalltalk mit ein paar Fotos über sein Buch “Authentic Nature”

Stell Dich mal kurz bitte vor, wo kommst Du her und wie beschreibst Du dich selbst, André Wagner 2008?

Ich komme ursprünglich aus Chemnitz und lebe jetzt seit vier Jahren in Berlin. Ich bin Fotograf und Fotokünstler. Ich organisiere Ausstellungen und vermarkte meine Fotokunst. Ich reise viel durch die Welt, immer auf der Suche nach neuen Motiven. Momentan bin ich dabei meine 3. Reise nach Indien zu organisieren. Ich gestalte gerade ein umfangreiches Fotokunst-Projekt über dieses Land. Dabei interessiere ich mich besonders für spirituelle Kulturen und mystische Traditionen.

Mit welchem Equipment arbeitest Du?

Über die Jahre in meiner Arbeit als Fotograf hat sich schon einiges an Equipment angesammelt. Dazu gehören zwei Mittelformatkameras von Mamiya, die 7ll Negativformat 6×7 cm, die 645 pro und zwei Kameras von Canon, die 5d und die 5d mark 2. Auch besitze ich einiges an Studioblitzequipment von der Firma Hensel. Damit kann ich prima im Studio oder Onlocation arbeiten. Damit ist Licht kein zufall mehr.

In deinem Buch “authentic nature” zeigst Du Fotografien aus Neuseeland. Besonders aufgefallen sind mir diese surrealen Abbildungen von Bäumen und Landschaften. Erzähl mal was dazu…

Es war wie ein Abenteuer. Die Natur Neuseelands hat mich immer wieder überrascht. Diese Landschaft war einfach unglaublich. Im Wald von „Harwood Hole“ waren die Steine so nass, dass sich die Atmosphäre widerspiegeln konnte, oder der „Nightrainbow“ im „Abel Tasman Park“, plötzlich war da ein Regenbogen mitten in der Nacht, der aus dem Nebel und dem Licht des Mondes entstanden ist. Das war wie ein Geschenk. Ich hatte meine Kamera dabei und war zur richtigen Zeit, am richtigen Ort. Wenn ich nur eine Stunde später, oder früher da gewesen wäre, wer weiß, vielleicht hätte ich dieses Schauspiel niemals in meinem Leben sehen können. Dann gibt es noch solche Bilder, wie „Fight“, in diesen Motiven finde ich auch Geschichten wieder, die wir im Leben erfahren. Der Baum, kämpft gegen die alltäglichen Schwierigkeiten, aber seine Wurzeln sind so tief gewachsen, dass nichts ihn umwerfen kann.

Kennst Du Fotografen wie Alex Fakso, welche ja bereits Bücher mit urbanen Fotografien veröffentlicht haben? Wird das ein Spektrum sein welches wir von André Wagner in der Zukunft auch zu sehen bekommen? Ich meine diese typsiche Yardromantik zum Beispiel, gibts da was von Dir?

Es gibt Werke in dieser Richtung. Das ist aber schon ein Weilchen her und hängt mit meiner Graffitivergangenheit zusammen. In Zukunft wird sich meine Fotokunst wieder verstärkt dem Menschen und seinen urbanen Räumen widmen.

Gibt es für Dich eine Art “Shot of the Lifetime”, ein Motiv was Du für Dich selbst noch suchst?

Ja und Nein. Früher dachte ich immer, es an der Wand zu finden. Mittlerweile denke ich, dass sich das Bewusstsein in der Fotografie widerspiegelt. Also suche ich jetzt da. Das ist ein wesentlicher Unterschied.

Was können wir von André Wagner in der Zukunft erwarten?

Ich werde noch weitere Bildbände rausbringen, es wird Kunstausstellungen geben auf einigen davon möchte ich auch die Kunst meiner alten Sprayerkollegen zeigen, mit denen ich in Zukunft zusammen arbeiten möchte. Fashion und people aufnahmen. Ich bin auf der Suche nach richtigen „Authentic Typs“ Wenn ich nachts fotografiere, dann habe ich oft das gleiche Adrenalin wie beim Malen. Die Nachtaufnahmen sind eine Kombination aus Fotografie und Graffiti … Mein Lightgraffiti.

Interview mit Rene Kästner