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“Romance of Elements” Galerie Samuelis Baumgarte

 
 

André Wagner wurde 1980 in Burgstädt (Sachsen) geboren und beendete im Jahr 2001 seine Lehre als Fotograf. Seit 2004 lebt er in Berlin. Er ist ein Virtuose der Kamera, untersucht die Möglichkeiten von Lichtsituationen und inszeniert seine Landschafts- und Porträt-Fotografien sehr detailgenau. Seine Landschaftsfotos kann man als Neu-Erfindung dieses traditionellen Genres sehen, hauptsächlich durch die Licht-Interpretation, denn Wagner fotografiert oft nächtens, wobei der Verschluss bis zu vier Stunden offen bleibt. Auch „zeichnet“ er Bilder mit Feuer gegen den dunklen Nachthimmel.

Sein Arbeitsprozess erlaubt keine Bilderserien, aus denen dann die besten herausgesucht werden, er hat nur eine Nacht und daraus gewinnt er ein Bild. In einem Interview sagte er, durch die Langzeitbelichtung „erkennt man ein anderes Wesen der Dinge. Dadurch bekommt die Natur eine ganz andere Bedeutung.“
Wagner benutzt auch künstliches Licht, um seine Szenen zu illuminieren, und manchmal geraten natürliches und künstliches Licht in Widerstreit, was seinen Bildern ein schwebendes Moment an Unsicherheit verleiht. Dadurch werden unsere erinnerten Erfahrungen und unsere Sicht auf die Dinge in Frage gestellt. Die Dinge sind vielleicht nicht ganz das, was sie zu sein scheinen, und hinter dem Horizont (des Wissens) tut sich eine große Menge neuer Fragen auf.
André Wagner ist eine Art Magier, der der Realität mystische, fantastische, magische Bilder abringt, die, und das ist unvermeidlich, eine neue ästhetische Welt für sich erschaffen. Das ist oft ein Zwischenreich, eine Zone des Zwielichts (auch im wahren Wortsinn), noch nicht Nacht, aber auch nicht mehr Tag.Das führt dazu, dass wir das überdenken, was wir in den Bildern sehen. Wo stehen wir, angesichts dieser Szenen? Was lehrt uns diese Interpretation von Landschaft? Irritiert es uns nicht und zwingt zu einer Positionsbestimmung? Andererseits werden völlig neue Perspektiven eröffnet, denn die Bilder öffnen einen poetischen Raum, die visuelle Poesie romantischen Verlangens.

Pressemitteilung als PDF anzeigen (Westfalen-Blatt 09.06.2011
Pressemitteilung als PDF anzeigen (Neue Westfälische 15.06.2011